_________ LICHTBRÜCKEN _________

Lichtbrücken-Auswertung 2000

Manfred Holl 03.08.2001

In diesem Jahr hat es aufgrund von Rechnerproblemen etwas länger gedauert, bis die Auswertung der Lichtbrückenzahlen (LBz) ausgewertet werden konn-ten. Im Jahr 2000 gingen insgesamt 216 Beobachtungen von 4 Beobachter mit 5 Instrumenten ein. Es konnten bei der Aufteilung nach Nord- und Süd 77 und bei der Beobachtung der gesamten Sonne 156 Beobachtungstage abgedeckt werden. Die Beobachter/Instrumenten-Kombination kann der Tabelle 1 entnommen werden. Das ist leider ein deutlicher Rückgang gegenüber 1999, als immerhin 6 Beobachter 353 Beobachtungen zusammen trugen (1). Alle Beobachtungsergebnisse des vergangenen Jahres wurden der Redaktion des SONNE-Datenblattes zugeleitet und können dort eingesehen werden, die Monatsmittel sind in Tabelle 2 aufgelistet.

Tabelle 1: Beobachter

Bannuscher
Bromme
Holl80
Holl110
Stetter
gesamt
8
1
-
-
5
14
-
5
-
-
5
10
-
2
4
-
10
16
-
-
-
-
6
6
-
8
6
-
10
24
-
12
3
-
11
26
-
9
1
-
9
19
-
13
6
-
21
40
-
9
6
6
7
28
-
7
1
-
9
17
-
1
-
-
8
9
-
1
-
-
6
7
8
68
27
6
107
216

Tabelle 2: Monatsmittel

Monat
LBZ (Mittel)
Re (Mittel)
Januar
4,0
90,7
Februar
8,8
112,9
März
8,5
150,9
April
4,5
134,1
Mai
8,6
118,5
Juni
12,9
134
Juli
13,2
170,6
August
8,4
120,7
September
9,7
109,6
Oktober
7,4
92,7
November
5,4
106,8
Dezember
5,0
97,4

Die Auswertung wurde wieder von Andreas Pätzold, Mitglied der GvA-Sektion Sonne, und dem Autor durchgeführt. Im wesentlichen ergibt sich zum Vorjahr kein großer Unterschied. Der aus der Grafik 1 ersichtliche Verlauf der Lichtbrückenaktivität mit kleinen Maxima im März, Juli/August und September wird vorwiegend durch die höhere Zahl an Einzelbeobachtungen bestimmt. Betrachtet man die Lichtbrückenentwicklung im Vergleich mit der Wolfschen Re-lativzahl (Grafik 2), so zeigt sich auf den ersten Blick ein von der Entwicklung der Relativzahl unabhängiger, ziemlich gleichmäßiger Verlauf der Lichtbrückenaktivität. Nur wenn man genauer hinschaut, erkennt man hier ebenfalls die Maxima, jedoch auf weitaus geringerem Niveau.

Grafik 1:

Grafik 2:

Anscheinend wird trotz der nur geringen Anzahl von ausgewerteten Beobachtungen (216 Datensätze von 156 Tagen) die reale Entwicklung in der Lichtbrückenaktivität wiedergegeben.

Ist diese Entwicklung der Lichtbrückenaktivität wirklich real und wird nicht durch eine höhere Zahl an Einzelbeobachtungen in den genannten Monten vorgetäuscht, so deutet dass darauf hin, dass deren Aktivität entgegen den bisherigen Annahmen nicht so stark mit der Relativzahl korreliert, dass allerdings widerspricht allen bisherigen Erfahrungen in der Lichtbrückenbeobachtung.

Tabelle 3: Monatsübersichten

Monat
LBz (Nord)
LBz (Süd)
LBz (gesamt)
Re
n
Januar
2,7
1,6
4,0
90,7
14
Februar
5,4
3,4
8,8
112,9
10
März
21,5
9,0
8,5
150,9
16
April
---
---
4,5
134,1
6
Mai
9,6
9,9
8,6
118,5
24
Juni
13,4
7,3
12,9
134,0
26
Juli
10,9
7,7
13,2
170,6
19
August
10,2
8,2
8,4
120,7
40
September
4,9
6,1
9,7
109,6
28
Oktober
5,1
8,6
7,4
92,7
17
November
0,0
0,0
5,4
106,8
9
Dezember
2,0
2,0
5,0
97,4
7

Erläuterungen:
LBz (Nord): Monatsmittel der Lichtbrückenzahl Nordhalbkugel
LBz (Süd): Monatsmittel der Lichtbrückenzahl Südhalbkugel
LBz (gesamt) Monatsmittel der Lichtbrückenzahl insge-samt
Re Monatsmittel der Wolfschen Relativzahl für 2000 (nach www.sonneonline.org)
n: Anzahl der pro Monat berücksichtigten Beobachtungen für die gesamte Sonne

Hinweis:
Rechnerische Unterschiede zwischen den Nord- und Süd- sowie Gesamt-Beobachtungen ergeben sich in der Haupt-sache durch die Tatsache, dass nur für einen Teil der Beobachtungstage auch die LBz nach Nord und Süd getrennt erfasst wurde.
Es wäre schön, wenn sich mehr Beobachter beteiligen würden, um die Basis des Beobachtungsmaterials zu verstärken, zumal in diesem Jahr zwei Beobachter abgesprungen sind und die gesamte Beobachtungstätigkeit innerhalb der Arbeitsgruppe momentan nur bei ein bis zwei Personen liegt. Daher sei allen Beobachtern, die uns bisher ihre Daten zur Verfügung gestellt haben, sehr herzlich für ihre Aktivität gedankt.

(1) Manfred Holl: Lichtbrücken-Auswertung 1999, SONNE 94 (Juni 2000), S. 43

Manfred Holl, Friedrich-Ebert-Damm 12 a, 22049 Hamburg, e-Mail: m.holl@t-online.de
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