Daniel Fischer / Hilmar Duerbeck: Hubble - ein neues Fenster zum All; 176 Seiten mit 98 Farb- und s/w-Abbildungen; Birkhäuser Verlag 1995; ISBN 3-7643-5201-9; DM 68.-

Nach einem Crashcourse durch die Historie der Beobachtungsinstrumente aller Wellenlängen geht es über in die ausführliche Geschichte des HST: Planung, Bau, Start, "den Skandal um den defekten Spiegel" und die Reparatur, um schließlich die letzten 100 Seiten mit "Hubble und die Astronomie" zu füllen. Dabei wird mit den fernsten Objekten begonnen und über benachbarte Galaxien, Sternen und Nebeln unserer eigenen Milchstraße zu den Planeten des Sonnensystems geführt. Zum Schluß folgt der Ausblick in die Zukunft. Wie immer, wenn Daniel ein Buch schreibt: spannend geschildert!

PV

Carolyn Collins Peterson / John C. Brandt: Hubble Vision; XX und 252 Seiten; Cambridge University Press 1995; ISBN 0-521-49643-8; Hardback £ 24.95, US$ 39.95

Natürlich drängt sich sofort ein Vergleich dieses Buches mit dem vorher besprochenen des Birkhäuser Verlags auf, sind doch beide 1995 publiziert. Und tatsächlich finden sich Parallelen und z. T. die gleichen Abbildungen, aber das liegt in der Natur der Sache. Verwirrend macht die Sache, dass beide Bücher NGC 6543 (den Katzenaugen-Nebel) zum Titelbild erkoren haben. Das legt die Vermutung nahe, das eine Buch sei die Übersetzung des anderen. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall. Beide Bücher sind unabhängig von einander entstanden. In dem Cambridge-Buch sind jedoch fast 100 Seiten mehr Information (amerikanisches Englisch, leicht lesbar). Übrigens war Carolyn Collins Peterson Tagungsteilnehmerin auf unserer Sofi-Tagung 1999 in Garching.

PV

Daniel Fischer / Hilmar Duerbeck: Das Hubble-Universum - Neue Bilder und Erkenntnisse; 216 Seiten; Birkhäuser Verlag 1998; ISBN 3-7643-5785-1; DM 68.-

Nach nur drei Jahren erneut über Hubble zu berichten - das sieht nach "überarbeiteter und erweiterter Neuauflage" aus, ist es aber nicht. Es ist den Autoren gelungen, ein völlig neues Buch zu texten und -wunderbar- kein Bild ist aus dem alten dabei, alles ist neu. Verschenkt vom Verlag, denn das Layout lässt eine "nur" Neuauflage erwarten: dasselbe Format, das gleiche Design. Wer in der Buchhandlung beide Bücher flüchtig in der Hand hält und eine Kaufentscheidung fällt, denkt, einer der beiden Bände genüge. Aber wer sich für das Thema interessiert, sei hier eindringlich darauf hingewiesen: beide Bücher zu erwerben lohnt sich!

PV

Martin Trittelvitz: Spiegelfernrohre - selbst gebaut. 248 Seiten mit 102 Abbildungen und 4 Tabellen, kartoniert, Hüthig Verlag Heidelberg 2000, ISBN 3-87973-943-9. DM 38,-- / öS 277,-- / sFr 35,--

Viele Amateurastronomen verspüren den Wunsch "ihr" Beobachtungsinstrument selbst zu fertigen. Dieses Buch ist für den zukünftigen Instrumentenbauer der richtige Einstieg. Nach einer kurzen Einführung in die verschiedenen Arten von Spiegelteleskopen werden Schritt für Schritt anhand von Fotos die Technik des Spiegelschleifens, die genaue Parabolisierung des Spiegels, Methoden zur Qualitätsprüfung und der Aufbau der Montierung geschildert. Auch die notwendigen mathematischen Formeln zur Berechnung des Fernrohrs sind in diesem empfehlenswerten Buch zu finden.

RH

Einar Tandberg-Hanssen: The Nature of Solar Prominences; XVI und 308 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Diagramme und Tabellen; Kluwer Academic Publishers 1995; ISBN 0-7923-3374-8; Dfl. 195.00 US$ 125.00

Der Vorgänger dieses Buches desselben Autors hieß "Solar Prominences" und war 1974 erschienen. Bis zu diesem Nachfolger vergingen 21 Jahre!
Tandberg-Hanssens Originalwerk wurde von mir in SONNE 10 (Mai 1979) besprochen und mit höchsten Lobeshymnen bedacht: "Eine bessere Monographie über Protuberanzen / Filamente gibt es nicht. Das gesamte Werk ist für Sonnenphysiker geschrieben, daher bleiben die Theorien dem Nicht-Mathematiker verschlossen. Für Amateure .... trotzdem eine Fundgrube: geschichtlicher Abriß; morphologische Klassifikationen; ruhende und aktive Protuberanzen; Einflüsse von Flecken, Flares und der Korona; .... Mit diesem Buch lernt der Protuberanzen-Beobachter, welch komplizierte Phänomene er vor sich hat und welche Zusammenhänge bestehen."
All das trifft auch auf das Nachfolgewerk zu. Und es ist Tandberg-Hanssen sogar gelungen, sich selbst zu toppen! Das neue Buch ist kein Aufguss des alten, sondern hier ist modernste Sonnenphysik dargestellt, und der Autor ist zusätzlich tiefer in die Historie der Chromosphären-Beobachtung eingestiegen. Den formeldurchtränkten physikalischen Ausführungen stehen Texte und Bilder zur Seite, die die H-alpha-Phänomene auch für uns Amateur-Astronomen verständlich darstellen. Wegen dieser Ausführlichkeit ist das neue Buch auch doppelt so umfangreich wie das Original. Die einzige Bremse ist der Preis. Bei früher ca. DM 100.-(Hard Cover), liegt er jetzt bei gut DM 250.-. Für ein Buch ein stolzer Preis. Wer sich allerdings ein H-alpha-Filter leisten kann, muss zu sinnvoller Beobachtung und zum Verstehen der Chromosphären-Phänomene auch diese "H-alpha-Bibel" besitzen.

PV
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