25. SONNE- Tagung

Wie jedes Jahr war die Freude wieder riesig darauf, alte Bekannte zu treffen und neue Gesichter kennen zu lernen, auf der nun schon 25. SONNE- Tagung, welche diesmal im baden- württembergischem Ort Schwäbisch Gmünd stattfand, in einer Unterkunft der Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft. Sie trägt schon fast eine Jubiläumszahl zu einer Veranstaltung, zu welcher sich umfassende Veränderungen ankündigten.
Bereits am Donnerstag Nachmittag des 24. April trafen sich die ersten Gäste bei bestem Sonnenschein zur Redaktionssitzung von SONNE. Neben den allgemeinen Themen wie dem Finanzbericht, Buchautorenbericht und der Diskussion um den Tagungsort 2002, wurden die erwarteten Neuerungen diskutiert. Am tiefreichensten war wohl die Übergabe der Kontaktadresse von Peter Völker, der sie viele Jahre lang betreute, an Steffen Janke. Kontaktperson für das SONNE- Datenblatt ist ab dem kommenden Jahr Rico Hickmann, die provisorischen Relativzahlen gingen von Martin Dillig an Andreas Bulling und die neuen Relativzahlen an Thomas Wichary. Während die Tageskarten ohne Nachfolger blieben, übernahm Martin Hörenz den Platz des VdS- Journal Fachgruppenredakteur und Thomas Grünberger wird zukünftig für die Finanzen zuständig sein. Schon vor einem Jahr begannen die Überlegungen die Zeitschrift SONNE im Internet zu verbreiten und eben so lange veränderte sich das Aussehen der Seite immer wieder. Nun wird es diese Zeitschrift ebenfalls in Online- Form geben. Auch das Datenblatt wird diesem Weg folgen. Im Gegensatz zu SONNE ist das Datenblatt ab dem kommenden Jahr ausgedruckt nur auf persönlichen Wunsch erhältlich. Nach diesen doch recht anstrengenden und zeitaufwendigen Beschlüssen folge erst ein stärkendes Abendessen mit einem Fachvortrag über Materieeinfälle auf Weiße Zwerge von Dr. Klaus Reinsch im Anschluß, welcher Aufschluß über die gewaltigen Energien der dort ablaufenden Prozesse und deren Eigenarten gab, im Anschluß. Schließlich ließ man im langsam ausklingenden Abend Tageshöhepunkte Revue passieren oder versuchte die Konstellation von Mond, Jupiter und Merkur durch ein am Horizont aufgezogenes Wolkenfeld zu beobachten.
Am nächsten Morgen lag eine Exkursionsfahrt zu den Zeiss- Werken in Oberkochen auf dem Plan. Obwohl dieser Ausflug für die Veranstalter lange Zeit unsicher war, machte ihr Engagement und das von freiwilligen Mitarbeiten diese Besichtigung möglich. Während der Anfahrt verkündete der Radiosprecher eine Nachricht, die bewegte, denn die Kameras der Raumsonde Galileo hatten nach einer überdurchschnittlich Betriebsdauer das Zeitliche gesegnet. Ebenfalls um optische Hilfsmittel und die Vergangenheit von Zeiss ging es auch in den Berichten der Museumsführer und der folgenden Besichtigung einer historischen Optiksammlung. Die Funktion ausgestellter Test- und Beobachtungsapparate, wie ein Sehschärfetester und präziseste Mikroskope, wurde gleich mit großem Interesse ausprobiert. Weitere Blickfänge waren heutigen Leistungen der Firma wie zum Beispiel Optiken für Fernsehenkameras und Lasertechniken in der Mikroelektronik, Prismenferngläser und historische Ausstellung zum Werdegang der optischen Hilfsmittel. Von allem dem beeindruckt, nahm man nur schwermütig Abschied, doch das Mittagessen und ein Überblick zum Sonnenaktivitätsmaximum warteten. Neben Auswertungen zur Sonnenbeobachtung mit bloßem Auge, der Riesengruppen des 23. Zyklus, der Positionsmessung mit Hilfe von Satellitenbildern und der erhöhten Sonnenaktivität mit ihren Begleiterscheinungen, sprach hierbei vor allem die Gruppe des SONNE- Netz und der Lichtbrücken die Suche nach Nachwuchs an. So verlief der Nachmittag mit Wissen erfüllt und am dann schon anbrechenden Abend teilten sich die Teilnehmer. Während einige es vorzogen noch am Tagungsort die letzte Möglichkeit zur Sonnenbeobachtung zu nutzten, machten sich andere auf den abenteuerlichen Weg einer Bergwanderung, um schließlich auf rund 700 Meter über Normalnull von einem Aussichtsturm die untergehende Sonne und die in diesem Fall vollständige Planetenkonstellation mit schmaler Mondsichel zu genießen. Die darauf folgenden Gesprächsthemen in gemütlicher Runde reichten noch bis tief in die Dämmerung der aufgehenden Sonne.
Der Samstag begann mit der Möglichkeit eines Seminars für Einsteiger in die Sonnenbeobachtung oder der Teilnahme an einer Sitzung zum Thema "SONNE online" bei dem vor allem die Ergebnisse aus der Redaktionssitzung und die Suche nach Freiwilligen zur weiteren Gestaltung der Zeitschrift im Internet noch einmal aufgegriffen wurde. Diese anstrengenden Diskussionen füllten den gesamten Vormittag aus, wofür sie aber nicht ohne Resonanz verliefen. Bereits nach dem Mittagessen erfolgte der um einen Tag vorgezogene Vortrag um das Problem der Sonnenrotationsnummer 1, da die immer wieder unterschiedlichen Angaben in Jahrbüchern für Verwirrung sorgten. Nach dieser kurzen Erklärung konnte Peter Völker planmäßig die Vergangenheit der Fachgruppe und ihrem Entstehungsweg in Erinnerung rufen, denn die Umstrukturierungen waren vollzogen. Gleich danach zeigt Steffen Janke den einjährigen Werdegang von SONNEonline, inklusive anschließender Zusammenfassung der Sitzung vom Vormittag. Wer zur Sonnenfinsternis leider schlechtes Wetter anstatt Korona bekam, darf sich freuen. Harald Paleske ist es gelungen, seinen Unigrafen noch mehr zu verbessern und erhält durch Filterkombinationen rote Protuberanzen auf blauem Himmel, und nicht wie die im Ha monochromatische Form. Zu welchen Leistungen die deutsche Astrojugend fähig ist, zeigten Mitglieder der Astronomischen Gesellschaft Buchloe e.V. In dem europäischen Gemeinschaftsprojekt EPOS (The European Project On the Sun) erstellten sie im Wettstreit mit anderen EU- Ländern eine Präsentation zur Sonnenbeobachtung in professionellster Form. Leider gewannen sie den Endausscheid nicht, völlig zur Verwunderung der Tagungsgäste. Nach einer kleinen Stärkungspause berichtete Dr. Hubertus Wöhl über seine eigenen Erfahrungen bei der Arbeit mit dem Weltraumsonnenobservatorium SOHO und dessen Tücken. Seine mitgebrachten DVD- Videos erfüllten noch lange den Abend mit bezaubernden Aufnahmen.
Dann brach auch schon der letzten Tag an. Mit ausgeklügelten Camcorderaufnahmen und einem Erinnerungsvideo an die Sternwarte Starkenburg ging diese Tagung schließlich zu Ende. Das abschließende Wort der Veranstalter und das Tagungsresümee durch Peter Völker rundenden die wehmütige Abreise etwas ab. Ein Wiedersehen würde erst in einem Jahr folgen. Während nun für die meisten der Heimweg bereits angetraten war, widmete sich eine kleine Gruppe noch dem Zusatzangebot eines Besuchs des Nördlinger Ries und auch der Stadt. Dort, wo vor 15 Mio. Jahren ein Meteor einschlug und einen riesigen Krater bildete, erkennt man heute nur noch dessen Ringwälle vom Turm der Georgkirche aus. Auf dem Spaziergang durch die Stadt begegnete auch noch eine Gebäude mit der Aufschrift "Hotel Sonne". Wann wird hier eine Tagung veranstaltet?

Thomas Wolf
© www.SONNEonline.org, Letzte Änderung: 2001-06-12 9:28