_____________________ Protuberanzen_____________________

Die Protuberanzenaktivität und ihre Breitenverteilung 2000
sowie die Protuberanzenhelligkeit

Hugo Stetter, 6.2.2001


Abstract: Distribution of quiescent prominences in latitude has been measured in 91 days in 2000. Analogous to the sunspot number Re a prominence number Rp has been used to describe the variation of intensity of activity. Separate mean values of Re for the hemispheres from 1992 to 2000 are shown and compared with the luminosity of prominences.

AAA-section: 06.16.3          Keyword: Sun: prominences

Benutzt wurde die Protuberanzenrelativzahl Rp nach Völker (1)

Rp = 10 x H + E

Dabei bedeuten:

H : Anzahl der Protuberanzenherde

E : Anzahl aller Einzelerscheinungen

Beobachtet wurde mit einem FH-Refraktor 125/1875 mm und Protuberanzenansatz (Ha- Filter 1 nm). Um Anschluss an frühere Beobachtungen mit einem Protuberanzenfernrohr 70/1000 mm (H-a-Filter 7 nm) zu behalten. wurden die ermittelten Rp - Werte mit k = 0,618 multipliziert. k ist der durchschnittliche Quotient von langjährigen Messergebnissen aus Parallelbeobachtungen mit beiden Instrumenten.

Abb. 1

In Abb. 1 sind als Übersicht die Jahresdurchschnitte der Fleckenrelativzahl Rg des "SONNE" - Netzes und der von mir ermittelten Rp seit 1985 gemeinsam aufgetragen.

Abb. 2: zeigt die Pr. - Aktivität 2000, Rp über der heliographischen Breite aufgetragen und auf % normiert. (91 Beobachtungstage). Die polaren Zonen haben sich gegen 1999 wieder belebt. Wie auch aus der Abb. 1 erkennbar, hat sich die Pr.-Aktivität auf etwas verringertem Niveau nochmals verstärkt.

Da für rd. 25% aller Tage in 2000 Beobachtungen vorliegen, gibt diese gut bemessene Stichprobe den Zustand der Pr.-Aktivität deutlich wieder. Auf die nördliche Hemisphäre entfielen 45,9 %, auf die südliche 54,1 %.

Über visuelle Beobachtung der Protuberanzenhelligkeit ist bis jetzt wenig bekannt geworden. Die Unterscheidung zwischen hell und schwach ist abhängig vom subjektiven Eindruck des Beobachters, vom verwendeten Teleskop und-H-alpha-Filter, vom witterungs- und standortbedingten Kontrast.

Eine weitergehende Differenzierung als hell und schwach dürfte deswegen für visuelle Beobachtung mit zu großen Unsicherheiten behaftet sein. Brauchbare Ergebnisse sind am ehesten durch Auswertung langjähriger Ergebnisse des gleichen Beobachters mit dem gleichen Instrument am gleichen Ort zu erwarten. Als Merkmal für die Auswertung diente mir der prozentuale Anteil der als hell ein gestuften Protuberanzen, hier kurz Helligkeit genannt. Beobachtet wurde mit dem oben erwähnten Refraktor 125/1875 mm.

Insgesamt wurden 10040 von 1992 bis 2000 registrierte Einzelerscheinungen E verwertet und folgendermaßen eingeteilt:

Äquatorialzone : +10° Nord bis –10° Süd,

Zauptzonen: 11° bis 50° Nord bzw. Süd,

Polarzonen: 51° bis 90° Nord bzw. Süd.

Diese Einteilung ergab sich, weil zwischen der Äquatorialzone und den Hauptzonen kein signifikanter Zusammenhang im Helligkeitsverlauf festzustellen war. Noch mehr gilt dies für die Polarzonen, bei denen noch die wechselnde Ausdehnung mit teilweise schwacher Besetzung hinzukommt.

Innerhalb der Hauptzonen gab es im Berichtszeitraum keine Korrelation zwischen Breite und Helligkeit.

Aber als klares Ergebnis stellte sich heraus:

Das über die E-Häufigkeit gewogene Mittel der Helligkeit in den 10°-Breitenstreifen der Hauptzone ist eng mit der Fleckenrelativzahl der jeweiligen Hemisphäre korreliert. Da Hauptzone und Fleckenbereich weitgehend übereinstimmen, ist der Zusammenhang mit der wechselnden magnetischen Aktivität während des Zyklus einleuchtend. Es dürfte sich also nicht um eine Scheinkorrelation handeln. ,Die Abb. 3 und 4 zeigen das Ergebnis für beide Hemisphären.

Die Wahrscheinlichkeiten für die Korrelationen betragen 96 % für den Norden und 99% für den Süden. Allgemeine Feststellung: Sehr helle Protuberanzen verändern sich meist schnell oder werden eruptiv. Losgelöste, d.h. schwebende Protuberanzen sind meist schwach.

Literatur :

(1)       Reinsch, Beck, Hilbrecht, Völker 1999, Die Sonne beobachten, Verl. Sterne und Weltraum, 318/319

Abb 3

Abb 4

Hugo Stetter,  August Schmidt Ring 40, 45711 Datteln
Letzte Änderung: 2001-03-10 15:07