Mitte Oktober teilte mir unser Sonnenbeobachterkollege Andreas Viertel folgendes mit:
"Lieber Peter,
leider habe ich schlechte Nachrichten, die ich aber Dir und der Fachgruppe Sonne
mitteilen möchte.
Viele werden in den letzten Monaten die Meldungen unseres zweiten Chemnitzer
Beobachters Winfried Heinrich vermißt ha-ben. Auch zur SONNE - Tagung
in Sörnewitz war er nicht. Umso erschütterter war ich, letzte Woche
die Nachricht zu erhalten, daß er bereits am 22. Mai 2000 nach ganz kurzer,
schwerer Krankheit im Alter von 42 Jahren im Krankenhaus verstorben sei.
"Winni" Heinrich gehörte zu den erst relativ spät zur Astronomie
gestoßenen Sternfreunden. Aus Hoyerswerda stammend, wohnte er erst mit
seiner Familie und später allein in Chemnitz. Ich hatte mich oft mit ihm
über meine Sonnenbeobachtungen unterhalten, und das SONNEnfieber packte
ihn vor mehreren Jahren dann auch. Sein Engagement wuchs, die zurückgelegten
Autobahnki-lometer zwischen Bautzen und Würzburg auch, um die kleinste
Wolkenlücke zur täglichen Sonnenbeobachtung zu finden. Mit diesem
Ehrgeiz erreichte er für deutsche klimatische Verhältnisse ganz erstaunliche
Jahresbeobachtungszahlen; mehrere Jahre hintereinander über 300 Beobachtungstage
jährlich. Sein Plan der Erstellung einer CD mit die Sonnenrotation zeigenden
ge-zeichneten Sonnenfleckengruppen bleibt unerfüllt.
Die Chemnitzer Sternfreunde sind betrübt, einen der ihren verlo-ren zu
haben."
Wir alle werden Winfried Heinrich vermissen. Natürlich seinen reichen
Beitrag zum SONNE - Relativzahlnetz, aber er war auch in seiner bescheidenen
Art, stets fröhlich und guten Mutes, ein gern gesehener Tagungsteilnehmer.
Adieu, Winfried!
PV