Schon lange ist bekannt, dass Sonnenflecken kühlere Stellen (4000 K) auf der Sonne sind, während die ungestörte Photosphäre rund 2000 K heißer ist. Ein konzentriertes Magnetfeld ist jeweils die Ursache für einen Fleck und stellt eine Behinderung des Wärmetransports durch Konvektion dar. Die Wärme aus den tieferen Sonnenschichten muss sich also dort einen anderen als den üblichen Weg suchen, um die Photosphäre zu durchdringen. Lange wurde vermutet, dass sich um die Flecken herum ein heißerer und somit auch hellerer Ring befinden müsste, der die Austrittsstelle dieser Wärme markiert. Nachweisen ließ sich diese Annahme bis vor kurzem nicht. Jetzt fanden Forscher des "National Center for Atmospheric Research" (NCAR) in den U.S.A. um 8 Sonnenflecke herum Ringe, die etwa 1 % heller sind als die ungestörte Photosphäre. Je größer ein Fleck, um so heißer und heller war der entsprechende Ring. Diese Ringe würden jedoch nur zu gut 10 % die fehlende Energie durch die Flecken kompensieren. Ihre Existenz aber würde bedeuten, dass der Energietransport nicht allein durch turbulente Diffusion, sondern wesentlich strukturierter abläuft. Diese Entdeckung wäre auch wichtig für die existierenden Modelle der Konvektionszone der Sonne und für die Bildung und den Zerfall von Sonnenflecken. Gefunden wurden die Ringe mit dem "Precision Solar Photometric Telescope" des Mauna Loa Sonnenobservatoriums des NCAR auf Hawaii. Ein anschließender Vergleich der Messungen mit den örtlichen Magnetfeldern auf der Sonne erbrachte, dass nur ein kleiner Teil der Ringhelligkeit durch intensive magnetische Flussröhren in vertikaler Richtung stammt.

Dr. Werner E. Celnik, Schriftführer Stand: 31.5.2000
Liebe Sternfreundinnen und Sternfreunde,
an dieser Stelle finden Sie wieder Aktuelles aus dem Vorstand und den Fachgruppen der Vereinigung der Sternfreunde e.V. Wie immer freuen wir uns über Rückmeldungen zu dieser neuen Ausgabe!
Herzliche, sternfreundliche Grüsse
Ihr Werner E. Celnik
(e-mail: astrographic@voerde.globvill.de, Fax: 02843 / 990332)
Am 31.12.1999 zählte unsere Vereinigung genau 3675 Mitglieder. Bis zum 15.4.2000 wuchs die Mitgliederzahl weiter auf 3756 an. Allen neuen Mitgliedern ein herzliches Willkommen in der VdS!
Wussten Sie schon, dass
Und das alles für nur 42,- DM im Jahr. In der neuen um-fangreichen Info-Broschüre steht alles über die VdS drin. Informieren Sie sich.
VdS-Journal für Astronomie
Das "VdS-Journal für Astronomie" bietet unseren Mitglie-dern die Möglichkeit der Veröffentlichung eigener Arbeits-ergebnisse und der Kommunikation untereinander. Zu-nächst erscheinen 2 Ausgaben im Jahr. Beiträge sollen vorzugsweise bei den Fachgruppen eingereicht werden. Einzelne Muster-Exemplare der aktuellen und früherer Ausgaben können auch von Nicht-Mitgliedern bei der Geschäftsstelle gegen DM 8,- in Briefmarken abgefordert werden. Das nächste, etwa 150 Seiten starke Heft mit zahlreichen Farbseiten und mit Berichten aus allen Bereichen der Amateur-Astronomie wird im Juni erscheinen. Redaktionsschluss für die Ausgabe im Dezember ist der 1.9.2000.
VdS-Medaille
Auch in diesem Jahr wird wieder die VdS-Medaille für herausragende Leistungen im Bereich der amateurastronomischen Beobachtung, Auswertung oder Entdeckung, oder in der astronomischen Volksbildung verliehen. Der Preisträger steht nun fest. Die Preisverleihung soll im Rahmen der Bochumer Herbsttagung der Amateur-Astronomen voraus-sichtlich am 4.11.2000 verliehen werden.
VdS-Sternwarte
Die VdS-Sternwarte Volkssternwarte Kirchheim e.V. ist wesentlich modernisiert worden und verfügt über Telesko-pe bis 50 cm Öffnung und leistungsfähiges Zubehör. Die Nutzung mehrerer Geräte steht jedem Stern- und Sonnen-freund offen. VdS-Mitglieder zahlen jedoch einen stark ermäßigten Tarif!
Wir denken über uns nach!
Wie der Vorstand beschlossen hat, soll im Herbst 2000 ein zweites "Brainstorming" zum Strategie-Konzept "VdS-2005" mit Mitgliedern und Freunden der VdS stattfinden. Ziel ist eine Bilanz aus den Arbeiten seit 1995 zu ziehen und neue Ideen und Strategien zu entwickeln. Am 30.9.2000 treffen sich die Redakteure und Leiter aller VdS-Fachgruppen mit dem Vorstand zum jährlichen Gedanken-austausch in der VdS-Sternwarte in Kirchheim.
Imagebroschüre
Die neu aktualisierte 32-seitige Imagebroschüre der VdS kann von der Geschäftsstelle angefordert werden. Mitglie-der legen bei ihrer Anforderung bitte DM 3,- in Briefmarken für den Versand bei. Nichtmitglieder bitten wir um DM 5,- in Briefmarken.
VdS-Webseiten
Die Internet-Adresse der VdS-Homepage lautet: www.vds-astro.de . Die Seiten werden in kurzen Abständen inhaltlich aktualisiert. Wenn Sie auf allgemein interessante astrono-mische Ereignisse, Links oder astronomische Veranstal-tungen in unserem Terminkalender hinweisen möchten, teilen Sie diese bitte dem Vorstand mit, durch eine Mail an Uwe Reimann (uwe.reimann@gmx.de) oder Silvia Otto (silvia.otto@t-online.de). Schauen Sie doch mal rein!
Geschäftsstelle
Hier noch einmal die Anschrift der VdS-Geschäftsstelle: Am Tonwerk 6, 64646 Heppenheim, Tel. 06252 / 787154, Fax 06252 / 787220, E-mail: vds-astro@t-online.de. Die Geschäftsstelle ist personell besetzt montags und donnerstags von 8:30 bis 12:30 Uhr.
Also dann
bis bald, Ihre VdS.
Also dann bis bald, Ihre VdS.
Michael Delfs Jan. 2000
Das Astrophysikalische Institut Potsdam, das Kiepenheuer-Institut Freiburg und die Universitätssternwarte Göttingen planen den Bau eines neuen Sonnenteleskops namens GREGOR mit 1,5 m Öffnung am Ort des Observatorio del Teide auf Teneriffa. Es wird mit adaptiver Optik und einem Polarimetriesystem ausgestattet und soll hochpräzise Magnetfeldmessungen, sowie Bewegungen in Photosphäre und Chromosphäre mit 70 Kilometer (=0.1") Auflösung ermöglichen. Die Instrumentierung schließt ein hochauflösendes Fabry-Perot-Filter-Spektrometer und einen polarimetrischen Spektrograph für das sichtbare und nahe UV mit ein. Das Teleskop soll auch im Infraroten einsatzfähig sein. Erst bei der angestrebten Auflösung des Teleskops wird es möglich physikalische Vorgänge auf der Sonne quantitativ verstehen zu können: Es werden kleinste magnetische Elemente, deren Entstehung und Zerfall sichtbar, und können detailliert untersucht werden. Mit der Beobachtung von Phänomenen kleinster Dimension in Sonnenflecken wie "umbral dots" oder "penumbral grains" können die Vorgänge bei der Behinderung des konvektiven Energietransportes durch das Magnetfeld eines Flecks besser geklärt werden. Von Interesse sind auch helle Punkte am Rand und im Innern von Supergranulationszellen der Chromosphäre, die ebenfalls eine Schlüsselrolle für den Energietransport und die Gasdynamik dort spielen. Größe und Wellenbewegung dieser Strukturen erfordern hochpräzise photometrische Messungen und eine ausreichende zeitliche Auflösung.
GREGOR soll auf dem Gebäude des 45cm Gregory-Coude-Teleskops installiert werden und dieses 35 Jahre alte Gerät ersetzen. Bei GREGOR handelt es sich um ein Gregory-Spiegelteleskop mit einem dritten Spiegel,der unter dem Hauptspiegel sitzt. Das Licht wird aus dem Gittertubus heraus durch die Achse der altazimutalen Montierung in die unteren Räume gelenkt. Das Gesichtsfeld beträgt rund 300", die effektive Brennweite 75 Meter. Die ersten drei Spiegel, einschließlich dem primären, sollen aus leichtem CSiC-Material bestehen, so dass der Hauptspiegel lediglich 150 Kilogramm schwer sein wird. Dieses Material hat eine sehr hohe, rund 100mal bessere thermische Leitfähigkeit als Zerodur, so dass eine sehr gleichmäßige Spiegeltemperatur Erreicht und eine Kühlung erleichtert wird. Der Primärspiegel absorbiert rund 170 Watt, wenn er auf die Sonne ausgerichtet ist. Aus diesem Grund würde sich die Luft direkt über ihm und die reflektierende Schicht selbst aufheizen und die Bildqualität herabsetzen, es erfolgt darum eine Kühlung. Das geringe Spiegelgewicht und das daraus resultierende Gesamtgewicht des Teleskops führt zu einer höheren Mindestresonanzfrequenz des Instruments und damit zu einer geringeren Empfindlichkeit gegenüber winderzeugten Vibrationen. Aufgrund der zusammenfaltbaren Kuppel wird das Teleskop frei stehen und somit internes Seeing vermeiden können.
Die Kosten des GREGOR-Projekts werden auf 7,2 Millionen DM (+/-20 %) veranschlagt. Vom Jahr 2000 bis Mitte 2001 erfolgt die Planung aller Details, dann bis Mitte 2003 die Konstruktionsphase und Installation auf Teneriffa, schließlich wird bis zum Frühjahr 2004 alles getestet und die Postfokusinstrumente werden integriert.

Abbildung: Querschnitt des Sonnenteleskops GREGOR mit Kuppel und Gebäudespitze
Letzte Änderung: 2000-12-14