Bau von Spektrohelioskopen

Fredrick N. Veio (Übersetzung Martin Hörenz, Daniel Sickert)

Einleitung

Eine Vielfalt technischer Fakten soll hier diskutiert werden, um zu erklären, wie ein Spektrohelioskop gebaut wird. Dieser Artikel ist eine komprimierte Version meines 119-Seiten-Buches, auf welches ich hier auch Bezug nehme. Man benötigt nicht viele Präzisionsteile. Es gibt Toleranzen in den Abmessungen und den optischen Einstellungen. Nehmen Sie die angegebenen Werte also nicht zu genau. Alle Aktivitätsgebiete der Sonnenscheibe können problemlos beobachtet werden. Bitte nehmen Sie sich für die Lektüre des Artikels etwas Zeit, Sie werden so viele Erkenntnisse sammeln können.


Prototyp

Der Autor hat 1964 einen Prototypen erfolgreich hergestellt. Darüber wurde in Sky and Telescope, Januar 1969, berichtet. Er war sehr preiswert, transportabel und kompakt. Das zugehörige Fernrohr hatte eine Brennweite von 2700mm, das Spektroskop selbst eine Brennweite von 1900mm. Die Linsen wurden vom Autor selbst hergestellt. Spätere Erkenntnisse zeigten, das langbrennweitige Konkavspiegel und gewöhnliche Achromaten anstelle von Linsen verwendet werden können. Apogee und Sky Instrument (USA) verkaufen solche preiswerten Achromaten.


Gegenseitige Öffnungsverhältnisse

Ein Gitter mit 90% theoretischer Auflösung mit einer Größe von 32x30mm hat eine Diagonale von 42mm. Die Spektroskoplinse bzw. der Spiegel sollte ungefähr 50mm Durchmesser haben. Das Öffnungsverhältnis liegt bei 42mm geteilt durch 1900mm, also ungefähr f/44. Das Öffnungsverhältnis des Teleskops und das des Spektroskops muss etwa gleich sein. Damit wird die Fläche des Gitters zu 100% ausgeleuchtet das volle Auflösungsvermögen, etwa 0,2Å, ausgenutzt. Ein Gitter, das zu 90% ausgeleuchtet ist, funktioniert aber auch noch sehr gut. Es ist nicht so kritisch, bei Ha-Beobachtung mit einer Bandbreite von 0,6Å zu arbeiten. Ein Fernrohr mit einer Brennweite von 2700mm Brennweite erzeugt ein Sonnenbild von 25mm Durchmesser am Eingangsspalt.


Konstruktion von Spektrohelioskopen

Die folgenden Konstruktionen verwenden sowohl konkave Kugelspiegel als auch andere Optiken. Nehmen Sie 1/8? an der Wellenfront als Korrektur für sphärische Aberration bei Fokus auf unendlich an. Dies ist gleich 1/15? am ROC.

Design A:
Fernrohr: ein Konkavspiegel mit etwa 76mm Durchmesser und etwa 2700mm Brennweite, etwas außeraxial angeordnet (Herschel-Teleskop);
Spektroskop: zwei Konkavspiegel mit 62 bis 76mm Durchmesser und etwa 1900mm Brennweite, beide müssen nicht exakt die gleiche Brennweite haben
Gitter: 50 mm groß, verwendete Fläche 32x30mm, 1200 Linien/mm, 5000Å (grün) oder 6000Å (orange-rot) Blaze-Wellenlänge in der ersten Ordnung.
Heliostat: Ovaler Planspiegel mit kleiner Achse von etwa 76mm, etwa 1/8? Genauigkeit;
Young-Sonnenbild-Synthesizer (siehe [1] Seite 108 bis 109) mit Planspiegeln, etwa 25mm Durchmesser, mit einer Genauigkeit von 1/8?.
Im Spektrohelioskopmodus sollte die Vergrößerung bei etwa 22x liegen, damit kann man etwa 5“ Auflösung in Ha erreichen. Der Eintrittsspalt sollte bei 125µm für 0,5Å Bandbreite liegen.


Design B:
Fernrohr: ungefähr 80/1300 bis 90/1300 (Achromat), Verwendung einer 2x-Barlowlinse (Brennweite
-250mm), auch ein 80/1000mm Achromat mit einer angepassten 2,5x-Barlowlinse o. ä. sind möglich;
Spektroskop: zwei Konkavspiegel mit 62 bis 76mm Durchmesser und etwa 1900mm Brennweite;
Gitter: ausgenutzte Fläche 32x30mm;
Heliostat: Ovaler Planspiegel mit kleiner Achse von etwa 80 bis 90mm, Young-Synthesizer, im Spektrohelioskopmodus etwa 22x Vergrößerung, 5“ Details, Spaltbreite 125µm.

Design C:
Fernrohr: ungefähr 80/1300mm (Achromat) mit 2x Barlowlinse;
Spektroskop: ein einzelner konkaver Kugelspiegel, etwa 150 bis 160mm Durchmesser, 1900mm Brennweite (Ebert Design); Young-Synthesizer, im Spektroskopmodus etwa 22x Vergrößerung mit 5“-Detailschärfe, Spaltbreite 125µm.
Andere optische Variationen sind möglich, verwenden sie möglichst lange Brennweiten.

Konkavspiegel mit f/25, leicht außeraxial eingesetzt, ergeben ein scharfes Bild (siehe Sky and Telescope, September 1958). Solange die außeraxiale Abweichung innerhalb des Airy-Scheibchens liegt, erhält man ein gleiches Bild, wie bei einer Verwendung des Konkavspiegels in der optischen Achse.

Ronchi-Test

Alle Konkavspiegel und Achromaten sollten getestet werden, ob ihre sphärische Abweichung unter 1/8 ? liegt. Willmann-Bell verkauft 50x50mm Ronchitest-Folie mit drei verschiedenen Abständen (65, 85, 133 Linien auf 25mm), jede kostet 3,50 US-$. Befestigen Sie diese auf einem Stück optischen Planglas (50x50mm), befestigen sie dieses mit Klebeband. Drei dunkle Bänder über den vollen Durchmesser bedeuten 1/8?, was in Ordnung ist. Falls die Enden der Bänder gebogen sind, blenden Sie die Optik ein bisschen ab. Edmund Scientific verkauft Ronchitest-Gläser, diese sind aber etwas teurer.

Okulare

Normale Teleskopokulare mit 6 bis 25mm Brennweite kann man nicht verwenden, diese vergrößern zu stark und lassen Details auf der Sonnenscheibe im Spektrohelioskopmodus verwischen. Kurzbrennweitige Achromate oder Einzellinsen sind ausreichend. Für den Spektrohelioskopmodus, verwenden Sie etwa 112 bis 135 mm Brennweite. Ein Fernrohr mit 2700mm Brennweite und 125mm Okularbrennweite ergibt eine Vergrößerung von 22x. Schon mit 50mm Okularbrennweite wird der Kontrast auf der Sonnenscheibe zu stark gemindert. Im Spektroskopmodus können Okularbrennweiten von 45 bis 60mm verwendet werden. Das Sonnenspektrum ist dann mit feinen Details in der ersten Ordnung visuell gut zu sehen. Kippen Sie das Gitter in die 2. Ordnung und noch feinere Details werden sichtbar. Kleine Achromaten sind besser als Einzellinsen, da die Qualität im Allgemeinen auch besser ist, d. h. es gibt weniger Kratzer oder Splitter. Ein Durchmesser von 25 mm ist ausreichend. Die preiswerten Achromaten müssen meist nicht auf sphärische Abweichung untersucht werden. Kurzbrennweitige Achromaten haben meist 1? Abweichung über den vollen Durchmesser (siehe [1] Seite 83).

Auflösung auf der Sonne

Die Sichtbarkeit von Details hängt vom Durchmesser des Sonnenbildes am Eingangsspalt und von dessen Breite ab. Ein Fernrohr mit 2700mm Brennweite ergibt ein 25mm Sonnenbild. Für den Eintrittspalt werden 125µm angenommen.

Die durchschnittliche Auflösung ergibt sich aus:

Auflösung = scheinbare Größe der Sonne am Himmel (1900“) x Spaltbreite / Größe des Sonnenbildes

In unserem Fall ergibt sich die Auflösung zu 10“ (1900“ x 0,125mm / 25mm).

Die wirkliche Auflösung hängt auch von der Schärfe und der Helligkeit (Flares oder Filamente) der Details im Ha-Licht ab. Für auffallende Details erreicht man in der Praxis 5“, für schwächere die angegebenen 10“.

Gesichtsfeld

Das Gesichtsfeld eines Spektrohelioskops wird durch die mechanische und optische Bauweise sowie den Synthesizer begrenzt. Zum Beispiel ergibt ein 25 mm-Sonnenbild (30’) bei einem Eintrittsspalt von 25mm Länge und der Auf- und Abbewegung des Sonnenbildes durch den Young-Synthesizer von etwa 12mm ein Gesichtsfeld von 30’ x 15’. Die gesamte Sonne ist somit nicht mit einem Mal im Spektrohelioskop zu sehen. Um Vibrationsprobleme zu minimieren, muss die Auf- und Abbewegung minimiert werden. Vergleichen Sie ein Spektrohelioskop nicht mit Ha-Filtersystemen.

Seeing

Das Seeing liegt im Normalfall bei etwa 1“. Das Spektrohelioskop zeigt etwa 5“ auf der Sonnenscheibe. Deshalb gibt es mit einem kompakten Spektrohelioskop meist keine Probleme. Andere Ha-Filter bringen ebenfalls eine gute Leistung. Die Seeing Skala aus Sky and Telescope von vor 40 Jahren wurde folgendermaßen definiert: ¼“ = exzellent, ½“ = gut, 1“ = Durchschnitt, 2-3“ mittelmäßig, =5“ = schlecht

Heliostat

Ein einzelner Planspiegel für das Reflexionssystem benötigt ein Rektaszensions-Übersetzung von etwa 2100:1 bei einem Motor mit einer Umdrehung pro Minute (gerechnet für den 38. Breitengrad). Ein Zwei-Spiegel-Coelostat-System benötigt eine 2880:1-Übersetzung (siehe [1] Seite 95).

Dawes-Grenze

Für zwei nahe Sterne wird die Auflösungsgrenze mit D [“] = 115,8 / Öffnung [mm] angegeben. Für Sonnenflecken muss dieses Gesetz auf DS [“] = 55,9 / Öffnung [mm] korrigiert werden. Für gut aufgelöste Flecken gilt DS [“] = 111,8 / Öffnung [mm]. Deshalb zeigen schon kleinere bis mittlere Fernrohre eine hohe Auflösung der Sonne bei normalen Seeing. Lesen Sie hierzu das entsprechende Kapitel in „Amateur Astronomers Handbook“ von J.Sidgwick.

Quellen für Gitter

Ausgezeichnete Gitter mit 90% theoretischer Auflösung kann man bei Richardson Grating Laboratory und Diffraction Products, Inc., beide USA, sowie bei Jobin-Yvon in Frankreich beziehen. Letztere hat auch Büros in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Grossbritanien, den USA und Japan. Diffraction Products ist etwa 10% preiswerter. Einige Firmen verkaufen Gitter mit 45% theoretischer Auflösung. Diese sind für Spektrohelioskope nicht empfehlenswert, können jedoch für kleine und mittlere Spektroskope eingesetzt werden.

Wird zum Beispiel ein 32x30mm Gitter mit 1200 Linien/mm und 90% theoretischer Auflösung verwendet, erhält man eine Auflösung von 0,2Å, mit einem gleichartigen Gitter mit 455 theoretischer Auflösung dagegen nur 0,4Å. Für die Ha-Linie ist eine Bandbreite von 0,6Å wünschenswert. Das Gitter sollte etwa 2 bis 3mal besser auflösen, also etwa 0,2Å. Das Rot in der ersten Ordnung überlappt das Violett in der zweiten Ordnung, das Rot der zweiten Ordnung überlappt das Violett in der dritten Ordnung. Dieses Überlappen verhindert die Verwendung der Ha-Linie in der zweiten Ordnung.

Auflösung des Gitters

Die Auflösung eines Gitters hängt von dessen Größe, der Anzahl der Linien/mm und der verwendeten Ordnung ab. So hat ein 32mm-Gitter mit 1200 Linien/mm etwa 38000 Linien. Teilt man die Wellenlänge der Ha-Linie (6563 Å) durch die 38000 Linien des Gitters, erhält man eine Auflösung von 0,2 Å in der ersten Ordnung bzw. 0,1 Å für die zweite Ordnung. Man braucht ein Gitter, das etwa 3 mal besser auflöst, als die gewünschte Bandbreite. Ein 32x30mm Gitter kostet etwas 350 US-$, 50x50mm schon mindestens 500 US-$.

Lineare Dispersion

Die lineare Dispersion eines Gitters gibt an, wie breit das Spektrum gezogen wird. Folgende Beispiele zeigen die Breite des Spektrums von violett bis rot in der ersten Ordnung bei Verwendung eines Gitters mit 1200 Linien/mm.

Brennweite Auflösung Spektrumlänge Breite der Ha-Linie Breite Na u. He-Linie
[mm] [Å/mm] [m] 0,6Å Bandbr. [µm] 0,1Å Bandbr. [µm]

1900 4 1,0 150 25
1000 8 0,5 75 12
500 16 0,25 37 6

In der zweiten Ordnung (grün) ist die lineare Dispersion etwa 2,5mal so groß, das Spektrum entsprechend etwa 2,5mal so lang. In der zweiten Ordnung (rot) ist die Streuung etwa 3mal so groß, die Streuung ist also nicht mehr linear bei höheren Ordnungen.
Ein Spektroskop mit einer höheren Auflösung (4 Å/mm) wird benötigt, um die Breite von Spektrallinien zu messen. Die zweite Ordnung wird hierbei auch verwendet. Die Bandbreiten für einen guten Kontrast auf der Sonnenscheibe sind: Ha 0,6Å, Mg (grün), Na und He 0,1Å ,H und K (violett) 3Å. Das menschliche Auge hat eine geringe Empfindlichkeit im violetten Licht, deshalb muss Fototechnik oder CCD verwendet werden. Die Zäpfchen der Retina haben etwa 1,5 bis 2µm im Durchmesser. Fotografischer Film löst etwa 5 µm auf, CCD-Pixel sind etwa 10µm groß. Das menschliche Auge hat somit ein gutes Auflösungsvermögen.

Synthesizer und Spektroskop

Es gibt viele Sonnenbild-Synthesizer, jeder hat verschiedene Vorteile. Sie können in zwei Gruppen eingeteilt werden: Synthesizer mit festem Spalten und mit beweglichen Spalten. Mit festen Spalten kann man fast jede Spektroskopoptik verwenden. Mit beweglichen Spalten muss man meist eine positive Meniskuslinsenform für das Spektroskop verwendet werden, um Streulicht von den Linsenoberflächen fernzuhalten. Manchmal ist eine Plan-Konvex-Linse ebenfalls möglich. Man muss nur die Linse etwas zur Seite neigen, um das Streulicht abzulenken. Wird der falsche Synthesizer mit der falschen Optik kombiniert, erhält man kein funktionierendes Spektrohelioskopsystem. Um das Spektrohelioskopsystem einfach zu gestalten, wird hier für alle Designs der Young-Synthesizer empfohlen. Die Synthesizermontierung läuft auf drei dünnen Gummischeiben. Auch die beweglichen Teile sind ausbalanciert, um Vibrationen zu vermeiden. Ein richtig angefertigter Young-Synthesizer funktioniert ausgezeichnet.

Gitterfassung

Einige Standardwerkzeuge sind notwendig, um alle Teile für ein Spektrohelioskop herzustellen. Verwenden Sie gewöhnliche Materialien wie Holz, Plastik, Muttern und Schrauben, Metallteile und eine Menge an gesundem Menschenverstand. Die Gitterfassung erfordert keine Präzisionsteile. Die Oberfläche des Gitters muss nicht exakt parallel zur Auf- und Abbewegung sein. Die Orientierung der Linien müssen auch nicht exakt horizontal zum Boden sein, die Linien des Gitters und die Spalte müssen ebenfalls nicht exakt parallel zueinander ausgerichtet werden. Dies ist alles unkritisch. Das Gitter muss mit einem Hebelsystem oder einem Schneckenradgetriebe geneigt werden, da manuelles Einstellen zu riskant ist.

Fassen Sie nie auf die Oberfläche eines Gitters, reinigen Sie es nie! Blasen Sie nie auf das Gitter, um Staub zu entfernen! Befestigen Sie die Gitteroberfläche nach unten, so dass sich kein Staub auf dem Gitter aussetzen kann. Lassen Sie möglichst niemanden an Ihr Gitter. Meist fasst nur der Besitzer sein Gitter an, er geht vorsichtig damit um, nicht zu fest oder zu sanft, damit es nicht herunterfällt.

Spektroskop- Spalte

Versuchen Sie nicht, die Spalte für Ihr Spektroskop selbst herzustellen. Man kann Klingen von einem Anspitzer verwenden, etwa 20mm lang. Einzelne Rasierklingen sind ebenfalls gut. Die Kanten der Spalte müssen nicht perfekt gerade sein, die Spalte müssen nicht exakt parallel zueinander sein. Zum Beispiel kann ein Ende des Eintrittsspaltes 120µm breit sein, die andere Seite dagegen 130µm. Dies ist alles unkritisch. Für die Ha-Linie braucht man auch nicht exakt 0,5Å, ein kleines bisschen mehr oder weniger machen kein Problem. Die Spalte müssen auch nicht sehr scharf sein.

Um die Spalte zu justieren, muss eine Klinge fest sein. Die andere Klinge kann mit Fingerdruck bewegt werden. Schieben Sie beide Klingen eng zusammen. Schauen Sie nun durch die Klingen zu einer Glühbirne. Schieben Sie nun eine Klinge so lange zurecht, bis kaum noch Licht durch den Spalt kommt. Ein solcher Spalt ist nun etwa 10µm breit. Schieben Sie die Klingen nun so, dass das Licht zu sehen ist, Sie haben nun einen Spalt mit etwa 25µm Breite. Die 10µm sind für den Spektroskopmodus optimal. Für breite Spalte, verwenden Sie Metall-Plättchen oder was auch immer, um 125µm für Ha bei 0,5Å Bandbreite zu erreichen. Die Eintritts- und der Austrittsspalte müssen nicht exakt gleich sein. Sie müssen auch nicht genau parallel zueinander stehen.

Vibrationen

Wenn der Young-Synthesizer um etwa 10 µm vibriert und die Spalte etwa 125µm breit sind, gibt es kein Problem. Falls der Synthesizer aber um mehr als 50µm vibriert, wird das Sonnenbild verschwimmen. Versuchen Sie also, 99% der Vibrationen los zu werden.

Luftstrom-Abschirmung

Die Abschirmung kann aus festem Papier, dünnem Metall oder dünnem Holz sein. Sie muss zwei Öffnungen haben, um das Sonnenlicht zum und vom Gitter zu lassen. Jede Öffnung sollte mit einem dünnen Planglas versehen werden. Der Abstand der Abschirmung zum Synthesizer ist unkritisch, etwa 100 mm ist gut. Die Abschirmung verhindert, dass Luft in das Spektroskop strömen kann. Luftströme können die Ha-Linie am Austrittsspalt verändern und ein einheitliches Sonnenbild im Ha-Licht verhindern. Das Planglas sollte eine Güte von 2? haben, sollte 2 bis 3mm dick sein und etwa 30mm im Durchmesser haben. Die Dimensionen sind ebenfalls unkritisch. Der Synthesizer bewegt sich zwar nur wenig auf und ab. Die Bewegung ist aber ausreichend, um Luftzirkulation vor dem Spektroskop zu erzeugen, weshalb eine Abschirmung unbedingt notwendig ist.

Bandbreite und Brennweite

Für eine gegebene Brennweite der Spektroskoplinse gibt es eine erforderliche Spaltbreite, um 0.5Å Bandbreite zu erreichen. Eine Bandbreite von 0,7Å hat etwas weniger Kontrast im Ha-Licht, eine Bandbreite von 0,8Å entsprechend noch weniger. Es ist damit für einen maximalen Kontrast im Spektrohelioskop-Modus notwendig, 0,5Å bis 0,6Å zu haben. Das macht es einfacher, den Eintritts- und den Austrittsspalt einzustellen. Jede kleine Abweichung schlägt sich aber sofort in der Bandbreite nieder. Es ist aber nicht notwendig, genau diesen oder jenen Wert zu haben.

Verwenden Sie immer die erste Ordnung des Gitters für die Ha-Linie für das Sonnenbild im Spektrohelioskop-Modus. Die Sonne hat hier eine angemessene Helligkeit. Verwenden Sie nicht die zweite Ordnung für den Spektrohelioskop-Modus, diese können Sie für den Spektroskopmodus verwenden. Rot- und Blaufilter müssen verwendet werden, um die sich überlappenden Bereiche im Spektroskop-Modus auszublenden. Diese Filter lassen aber auch insgesamt weniger Licht durch, wodurch das Ha-Sonnenbild weniger hell ist. Damit könnten auch entsprechend weniger Details im Spektrohelioskop-Modus wahrgenommen werden.

Exakt die Ha-Linie einzustellen ist nicht einfach. Hierfür muss man ein Hebelsystem verwenden. Man kann das Sonnenspektrum dem Austrittsspalt um 99% mit dem Hebelsystem einstellen und das letzte Prozent mit einem „Line Shifter“ zur Feineinstellung.

Für ein Gitter mit 1 200 Linien/mm wird hier die äquivalente Bandbreite und die Spaltbreite für den Spektrohelioskop-Modus angegeben:

Brennweite Spektroskop Breite des Austrittsspaltes Ha-Bandbreite
[mm] [µm] [Å]
1900 200 0,8
175 0,7
150 0,6
125 0,5
850 100 0,8
88 0,7
75 0,6
62 0,5

Die Werte für andere Brennweiten können interpoliert werden. Ein Gitter mit 1800 Linien/mm hat die Ha-Linie um den Faktor 1,5 breiter. Dafür können die Spalte entsprechend 1,5fach breiter sein, um die gleiche Bandbreite zu bekommen. Es ist offensichtlich, dass eine Veränderung um 25µm sehr stark die Bandbreite verändert. Versuchen Sie zwischen 0,5 und 0,6Å einzustellen, dies macht es einfacher für Ihre Geduld und Ihre Nerven.

Barlowlinse

Die Position der Barlowlinse ist einfach an der 2fach-Position einzustellen. Nehmen Sie -500mm Brennweite an. Finden Sie den exakten Fokus des Primärspiegels oder des Achromaten. Setzen Sie die Barlowlinse 250mm vor diesen Punkt, die Barlowlinse projiziert nun ein Abbild 250mm hinter den Fokus, also 500mm von der Barlowlinse entfernt.


Firmenanschriften


Kontaktadresse: Diffraction Products

Alle Gitter werden in einem Katalog mit ihrer Blaze-Wellenlänge in der ersten Ordnung aufgeführt. Für fast alle Spektrohelioskop-Designs sind Gitter mit 5000 bis 6000Å in der ersten Ordnung notwendig.

Diffraction Products, Inc.
P.O. Box 645
Woodstock, IL 60098, USA


Kontaktadresse: Jobin-Yvon

Jobin-Yvon
16-18, rue du canal
91165 Longjumeau cedex, France
http://www.isainc.com
E-Mail : isajyoem@aol.com

Niederlassungen gibt es in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Großbritannien, den USA und Japan.


Kontaktadresse: Newport Corporation

Diese Firma fertigt ausgezeichnete Barlowlinsen mit sphärischen Oberflächen besser als ¼ ? über den gesamten Durchmesser. Es gibt zwei verschiedene Durchmesser, 25 mm (ca. 35 US-$) und 50 mm (ca. 80 US-$). Verwenden Sie eine lange negative Brennweite, etwa -250 bis -500 mm. Bei einem Spektrohelioskop mit f/44 hat das einfallende Licht etwa die Hälfte oder weniger des Durchmessers der Barlowlinse. Dies entspricht damit gleich 1/8 ? der einfallenden Wellenfront. Die Firma hat viele Verkaufsstellen in der ganzen Welt.

Newport Corporation
791 Deere Ave.
Irvine,CA 92606, USA

Plankonvexe Linse BK-7, Qualität A, AR Vergütung,
Bestellnummer KPC064, -500mm Brennweite, 50mm Durchmesser
Versand ist nicht kostenfrei!

Literatur:

[1] The Spektrohelioscope, F. Veio

Dieses Buch ist frei erhältlich im Internet unter http://sunmil1.uml.edu/eyes/veio [Anmerkung der Redaktion: Seite nicht mehr gültig, siehe unten]. Vorsicht, dieses ist nach „sunmil“ zu finden – klicken Sie auf „book“.

http://www2s.biglobe.ne.jp/~t-oni/shs.htm
Sehen sie in die rechte obere Ecke der Seite und klicken Sie auf Spektrohelioskop.

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Die oben angegebenen Verweise und Kontaktadressen können veraltet sein. Nachfolgend sind einige aktuelle Adressen zusammengestellt.

Die Spektrohelioskop Medien-Seite, gepflegt von Fredrick Veio und Chris Westland:
http://imz064.ust.hk/
U. a. auch mit Fred Veios Buch und Bildern von Spektrohelioskopen anderer Amateurastronomen.
http://imz064.ust.hk/spectro_helioscope.pdf

Edmund Optics versendet Kataloge für sein großes Optiksortiment mit Preisen in Euro:
Edmund Industrie Optik GmbH
Schoenfelderstrasse 8
D-76131 Karlsruhe
infogmbh@edmundoptics.com

Das Richardson Grating Laboratory gibt das Diffraction Grating Handbook heraus und stellt hochwertige Gitter her:
Richardson Grating Laboratory
705 St. Paul Street, Rochester, New York 14605 USA
gratings@spectronic.com
http://www.gratinglab.com/

Ein weiterer Gitterhersteller ist Jobin-Yvon:
Jobin Yvon GmbH
Bretonischer Ring 13
85630 Grasbrunn bei München
http://www.jobinyvon.de/

© www.SONNEonline.org
Infos: webadmin@sonneonline.org
Letzte Änderung:  2003-05-28 9:29