Martin Hörenz 28.02.2003
Zur 24. SONNE-Tagung in Sörnewitz wurde diskutiert, einige
neue Möglichkeiten zur Klassifikation von Sonnenfleckengruppen einzuführen.
Probleme waren vor allem aus dem Tageskartenprojekt bekannt, wo zum Beispiel
kleine A-Gruppen, bestehend aus mehreren Umbren, mit Axi aufgeführt wurden.
Das Ergebnis eines Workshops war, das System der drei Buchstaben des McIntosh-Systems
beizubehalten und um einige Kombinationen aufzustocken. Es sollte für den
zweiten (>d<, >m<) und dritten Buchstaben (>p<, >n<)
neue Varianten geben.
Ein Jahr später wurde in Schwäbisch Gmünd über diese Thema
wiederum diskutiert, die Kombinationen für den 2. Buchstaben wegzulassen,
da es besonders bei bipolaren Gruppen meist unpraktisch ist und das System unnötig
verkompliziert. Außerdem soll >n< (3. Buchstabe) nur bei unipolaren
Gruppen angewendet werden.
Nun gibt es immer noch ein Problem, wenn nämlich eine H- oder J-Gruppe
aus mehreren Penumbraflecken besteht. Normalerweise muss man dann Hsx bzw. Hsn
klassifizieren. Da dies immer noch nicht die Eigenschaft der Gruppe angibt,
liegt es nahe, noch >d< (double-multiple/ doppelt-mehrfach) für den
dritten Buchstaben anzugeben, was dann das
unipolare Äquivalent zu >c< ist .
Definitionen der neuen Buchstaben (unter Beibehaltung der
Definitionen des McIntosh-Systems):
<n>: kennzeichnet die Fleckenverteilung einer unipolaren Gruppen, bei
der sehr nahe dem Hauptfleck noch mindestens ein weiterer Einzelfleck ohne Penumbra
vorhanden ist
<d>: kennzeichnet die Fleckenverteilung einer unipolaren Gruppen des Typs
H, wobei außer dem Hauptfleck mindestens ein weiterer Einzelfleck mit
Penumbra vorhanden ist
<p>: kennzeichnet die Fleckenverteilung einer bipolaren Gruppe, bei der
mindestens die Hälfte der Ausdehnung der Gruppe durch einen oder mehreren
Penumbraflecken bedeckt ist (Penumbralgruppe).
Damit ergibt sich folgendes System:
1. Buchstabe: >A<, >B<, >C<, >D<, >E<, >F<,
>H<
2. Buchstabe: >x<, >r<, >a<, >s<, >k<, >h<
3. Buchstabe: >x<, >o<, >n<, >i<, >d<, >c<,
>p<
Axx Axn
Bxo Bxi
Cro Cri Crc Cao Cai Cac Cso Csi Csc Cko Cki Ckc Cho Chi Chc
Dro Dri Drc Dao Dai Dac Dso Dsi Dsc Dko Dki Dkc Dkp Dho Dhi Dhc Dhp
Ero Eri Erc Eao Eai Eac Eso Esi Esc Eko Eki Ekc Ekp Eho Ehi Ehc Ehp
Fro Fri Frc Fao Fai Fac Fso Fsi Fsc Fko Fki Fkc Fkp Fho Fhi Fhc Fhp
Hrx Hrn Hrd Hax Han Had Hsx Hsn Hsd Hkx Hkn Hkd Hhx Hhn Hhd
Damit kann man auch wie bisher am dritten Buchstaben erkennen,
ob es sich um eine uni- oder bipolare Gruppe handelt, was einer der Streitpunkte
der Diskussion war. Die Gesamtzahl der Kombinationsmöglichkeiten ist mit
85 noch überschaubar.
Auch eine Umrechnung auf das alte System zur Bestimmung der CV-Werte ist damit
möglich: Aus >p< wird >c<, aus >n< und >d< jeweils
>x<; bei den zusätzlich eingeführten Kombinationen des alten
Systems Crc, Cac, Csc, Ckc, Chc, Drc, Erc und Frc wird aus >c< im dritten
Buchstaben ein >i<.
Die Vorschläge wurden vom Autor in dieser Form an etwa 200 Beobachtungstagen in der Praxis angewendet. Probleme wie nach dem Testlauf des nach dem ersten Workshop entwickelten Systems konnten nicht festgestellt werden.
Das System wurde auch mit dem Hintergrund der Erstellung von
Tageskarten mit einem Programm unter Eingabe von Positionen und Gruppenklassifikationen
aufgestellt. Probleme sind dabei eventuell noch bei C-Gruppen zu sehen, bei
denen der nachlaufende Hauptfleck die Penumbra trägt. Dr. Wolfgang Strickling
hatte hierzu vorgeschlagen, die Gruppen mit dem Vermerk „invers“
zu kennzeichnen. Eine solche Eingabemöglichkeit in einem Programm zu schaffen,
ist sicher realisierbar. Man hat nun die Möglichkeit, sich allein aus der
Klassifikation eine Vorstellung über die Fleckengruppe zu machen.
Das System könnte zwar um einen weiteren Buchstaben zur Kennzeichnung von
Größe und Form des nachlaufenden Fleckes erweitert werden, in der
Praxis ist ein solches System aber zu kompliziert.
Martin Hörenz
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Letzte Änderung: 2003-04-25 19:07 |