Michael Möller, Andreas Grunert 13.02.2002
Beim Vergleichen der synoptischen Gesamtkarte für das Jahr 2001 (Abb. 1) mit der des Vorjahres wird ersichtlich, daß die Häufigkeit der Fleckenherde nahe des Sonnenäquators zugenommen hat. Lediglich in einem 10°x10° großen Feld zwischen 10° und 20° heliogr. Länge sowie 0° und +10° heliogr. Breite sind im Berichtszeitraum keine Flecken aufgetaucht.
In der Verteilung der Fleckenherde besteht eine geringe Nord-Süd-Asymmetrie, die mit 52.2% für die Nordhemisphäre etwas über dem Wert des Vorjahres (2000: 51.2%) liegt. Die Gesamtzahl der Fleckenherde je Hemisphäre beträgt 636N:583S (Abb. 2). Wurden im Jahr 2000 484 Fleckengruppen registriert, so sind für 2001 575 Gruppen zu verzeichnen, was auch als Indiz auf die wieder angestiegene Sonnenaktivität zu bewerten ist. Die Typenstatistik (Abb. 3) weist aus, daß vermehrt ausgedehnte Gruppen registriert werden konnten. So traten im Vergleich zum Vorjahr (Werte in Klammern) 45 (33) E-Gruppen und 19 (4) F-Gruppen auf. Der Waldmeier-Typ G wurde zwar gelegentlich gemeldet, doch in der Auswertung redzuiert er sich immer wieder auf die Klassen D, E und F, daher sind keine Gruppen dieses Typs in der Statistik enthalten. Die mittlere heliographische Breite der Fleckenentstehungszonen (Abb. 4) besteht aus dem ungewichteten arithmetischen Mittel aller Fleckenpositionen je Hemisphäre.
Im Jahr 2001, genauer im Berichtszeitraum 14.12.2000 bis 13.1.2002 wurden 14 synodische Sonnenrotationen (1971-1984) ausgewertet. Die gegenüber den in der synoptischen Gesamtkarte verzeichneten Termine für Beginn der Rot. 1971 und Ende der Rot. 1984 abweichenden Daten sind auf die 90°-Regel zurückzuführen. Nur an einem Tag von insgesamt 395 Tagen konnte nicht beobachtet werden. 15 Beobachter lieferten 22936 Einzelmessungen, fast 5500 mehr als im Jahr zuvor! Mit 2393 berücksichtigten Positionen ist die Rotation 1981 Spitzenreiter. Die aktivsten, selbst beobachtenden Positionsmesser sind mit 3192 berücksichtigten Positionen Bob van Slooten (NL), 2274 Positionen Georg Robeck (D) und 2015 Messungen Fritz Egger (CH). Zwar weisen Catania und Kanzelhöhe mehr Beobachtungen auf, doch bleiben sie außer Konkurrenz, da sie von M. Möller zwar ausgemessen, aber nicht selbst beobachtet werden. Gleiches gilt für die SOHO-Daten. Beobachter und Anzahl der für die Auswertung berücksichtigten Positionen können der Tabelle entnommen werden.
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Catania Obs. |
3385 |
Bob van Slooten |
3192 |
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Josef Eder |
789 |
Slovak Central Obs. |
1840 |
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Fritz Egger |
2015 |
Friedrich Smit |
1025 |
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Hubert Joppich |
411 |
SOHO |
1263 |
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Kanzelhoehe Obs. |
3293 |
Hugo Stetter |
1200 |
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Wilhelm Kleikamp |
58 |
Wolfgang Strickling |
558 |
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Georg Robeck |
2274 |
Andreas Tarnutzer |
945 |
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Frank Ruemmler |
688 |
gesamt: |
22936 |
Leider ist unsere Gruppe auch 2001 nicht von einem traurigen Ereignis verschont geblieben. So verstarb am 9. Juni 2001 völlig unerwartet unser Positionsbeobachter Wilhelm Kleikamp aus Marl im 67. Lebensjahr. Mit seinen seit 1995 eingesandten Beobachtungen stellte Wilhelm Kleikamp eine große Stütze unseres SONNE-Positionsnetzes dar. Wir werden auch ihm ein stilles Andenken bewahren.
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Abb. 2: Anzahl der Herde in 10°-Streifen heliographischer Breite für die Rotationen 1971 bis 1974
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Abb. 3: Gruppentypen im Berichtsjahr 2001
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Abb. 4: Mittlere heliographische Breite der Fleckengruppen auf der Nord- und Südhalbkugel
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Abb. 5: Schmetterlingsdiagramm aus 144 811 Positionen für den Zeitraum 1979-12-27.84 bis 2002-01-07.05 UT (synodische Sonnenrotationen 1690 bis 1984)
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Letzte Änderung: 2002-04-14 13:31 |