Michael Delfs 1.3.2002
Am 2.März 2002 ging das neue Sonnenteleskop des Instituts für Sonnenphysik der Königlich - Schwedischen Akademie der Wissenschaften auf La Palma in Betrieb. Die Hauptlinse des Instruments hat knapp einen Meter Durchmesser und ist somit das größte Europas und das zweitgrößte der Welt, nach dem McMath-Pierce Teleskop in Arizona, USA. Auf seinem Standort mit seinen weltweit besten atmosphärischen Bedingungen für Sonnenteleskope, wird eine Auflösung von Details unter 70 Kilometer Größe auf der Sonne erwartet. Möglich wird das durch die sogenannte adaptive Optik, bei der ein Spiegel 1000mal in der Sekunde die atmosphärischen Verzerrungen korrigiert. Das neue Instrument ist das erste Sonnenteleskop, das derart ausgestattet ist. Das adaptive optische System wird im April installiert, gefolgt von zahlreichen Tests des Gesamtsystems. Ende April sollen die regulären Beobachtungen beginnen. Das Teleskop ersetzt das alte 50cm-Instrument, das über 10 Jahre eines der führendsten für die Sonnenforschung gewesen ist. Der Bau des neuen Teleskops wurde hauptsächlich durch die Akademie und drei private Stiftungen in Schweden ermöglicht. Weitere Informationen unter: http://www.astro.su.se/groups/solar/first-light.html
Übersetzung und Zusammenfassung: Michael Delfs, 13.3.2002 ¤
Michael Delfs 1.3.2002
Der am 5.Februar 2002 gestartete US-Schweizerische-Sonnenforschungssatellit
HESSI (High Energy Solar Spectroscopic Imager) ist betriebsbereit. Er umkreist
in rund 96 Minuten die Erde in einer Höhe von rund 600 Kilometern. Das
Hauptziel von HESSI sind detaillierte Untersuchungen der Energiefreisetzung
und Teilchenbeschleunigung in der magnetisierten Sonnenkorona, Studien über
Koronaheizung und die Bestimmung der Zusammensetzung der Korona. HESSI wird
den Energiebereich zwischen 3 keV and 20 MeV mit bisher unerreichter Spektralauflösung
abdecken; gleichzeitig wird das Teleskop zum ersten Mal eine Bildauflösung
von 2.5 Bogensekunden bis zu Energien von mehreren 100 keV erreichen. Unter
anderem werden Beschleunigungsprozesse in instabilen solaren Magnetfeldern während
Flares, deren Auswirkungen auf die dichteren, unteren Schichten, die Geometrie
und Lage der Beschleunigungsregion, die genaue Verteilung der Elektronenenergien,
die Zusammensetzung der Korona, die Beiträge energiereicher Ionen, usw.
untersucht. Bei einem Flare entsteht Röntgenstrahlung hauptsächlich
durch gebremste Elektronen und die Gammastrahlung durch gebremste positive Ionen.
Bei HESSI wird erstmalig die Beobachtung der harten Röntgenstrahlung, Gammastrahlung
und hochauflösende Spektroskopie miteinander verbunden, um ein möglichst
umfassendes Bild der Vorgänge zu bekommen. Besonders interessiert man sich
dabei für die hochenergetischen Prozesse: Die schnelle Freisetzung der
in den instabilen Magnetfeldern gespeicherten Energie, die ebenso schnelle Umwandlung
dieser Energie in kinetische Energie des Plasmas und der geladenen Teilchen,
der Transport dieser Teilchen durch die solare Atmosphäre und in den interplanetaren
Raum und die folgende Aufheizung der solaren Atmosphäre. Der High Energy
Solar Spectroscopic Imager wurde im Oktober 1997 von der NASA als neue "Small
Explorer Mission" ausgewählt. HESSI wurde in kurzer Zeit mit einer starken
Beteiligung des Paul Scherrer Institutes (PSI) in Villigen, Schweiz, gebaut.
Weitere Informationen unter:
http://hessi.web.psi.ch/introduction/introduction_d.html#HESSI
und
http://hesperia.gsfc.nasa.gov/hessi/index.html
Zusammenfassung von Michael Delfs, 13.3.2002 ¤