Andreas Zunker
Seit der ersten Beobachtung des Zeeman-Effektes in Sonnenflecken durch G.E. Hale im Jahre 1908 wird vermutet, dass Sonnenflecken durch starke Magnetfelder verursacht werden. Ferner galt als gesichert, dass diese Magnetfelder den Energietransport zur Sonnenoberfläche hin stören, wodurch die Photosphäre lokal abkühlt und damit dunkler erscheint. Unklar war bisher, wie diese starken Magnetfelder zusammengehalten werden.
Licht in das Dunkel brachte jetzt die Studie eines Wissenschaftler-Teams unter Leitung von J. Zhang (Stanford Univ.) [1].
Das Team untersuchte bereits im Juni 1998 mit Hilfe des MDI-Instruments
auf SOHO einen großen Sonnenfleck. Es kam das Verfahren der „Solaren
Tomographie“ zum Einsatz. Dabei geben die Laufzeiten von Schallwellen im
Sonneninneren Auskunft über die dortigen Druck-/Temperaturverteilungen.
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Abb.1: Temperatur- und Strömungsverhältnisse unter einem großen
Sonnenfleck nach [1]
Höhe des Profils: 1200 km
Folgende neue Erkenntnisse konnten gewonnen werden:
Unter einem Sonnenfleck gibt es einen radial nach innen gerichteten Plasmastrom, der das Magnetfeld bündelt und heißes Plasma am Aufsteigen hindert (Abb.1). Der eigentliche Sonnenfleck (das abgekühlte Gebiet) ist mit ca. 4500 km flacher als bisher angenommen.
Damit werden die Theorien von F. Meyer et al. (MPI f. Physik und Astrophysik, 1974) und E. Parker (Chicago Univ., 1979) prinzipiell bestätigt.
Die Ursache für den 11-jährigen Aktivitätszyklus der Sonne ist aber immer noch nicht bekannt.
Literatur:
1: Zhao et al.: Investigation of Mass Flows Beneath a Sunspot by Time-Distance Helioseismology; Astrophysical Journal, Bd. 557, S. 384-388, 10.08.2001
Quellen und weitere Informationen im Internet:
Viele Bilder und Videos (NASA): http://soi.stanford.edu/press/ssu11-01/
Ausführlichster Text (ESA): http://spdext.estec.esa.nl/home/soho/index.cfm
Zahlreiche interessante Artikel zum Thema: http://soi.stanford.edu/press/ssu11-01/presscov.html
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Letzte Änderung: 2001-12-12 8:24 |